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Einbürgerung und Geschäft

Einbürgerung und Geschäft In Amden hat sich bekanntlich eine Sektiererkolonie niedergelassen, zu der, wie man neuerdings vernimmt, auch der aus der “Jugend” bekannte Maler Fidus und Spohr, der Uebersetzer und Propagator von Multatuli, gehören. Das Haupt dieser Kolonie Josua Klein, ein Deutschamerikaner ohne Heimatpapiere, hat nun der Gemeinde Amden für die Aufnahme ins Bürgerrecht eine Million Fr. angeboten. Die Amdener haben zwar bisher noch nie einem Fremden das Bürgerrecht gegeben, aber dieser Verlockung konnten sie nicht widerstehen, umso weniger, als auch der Ortsgeistliche zur Annahme der Offerte riet. So ist denn, wie die “Glarner Nachr.” schreiben, ein dem Gesuch entsprechender Gemeindebeschluß zustande gekommen, und die Auszahlung des Schatzes soll erfolgen, nachdem sich Klein, wie es das Bundesgesetz verlangt, zwei Jahre in der Schweiz aufgehalten hat. Bis dorthin werden in Amden auf die schönen Aussichten hin noch keine neuen Ausgaben dekretiert. Täglicher Anzeiger (Thun), 24. November 1903, Nr. 279, S. 1-2. Online

Wilhelm Spohr

Wilhelm Spohr kam am 3. Februar 1868 in Hamburg zur Welt. Um 1900 war Spohr der wichtigste Vermittler der Kunst von Fidus mit Zeitschriftenaufsätzen, Lichtbildervorträgen und insbesondere der grossen Monographie, die 1902 erschienen ist. [1] Spohr wuchs in Hamburg auf und machte eine Optiker- und Mechanikerlehre. 1891 zog er nach Berlin, im Jahr darauf wurde er Mitglied der Berliner Volksbühne und ihres künstlerischen Ausschusses. Seit Juli 1895 wohnte er in Friedrichshagen bei Berlin. Zwischen 1899 und 1906 übersetzte er nahezu sämtliche Werke des niederländischen Autors Multatuli (eigentlich Eduard Douwes Dekker, 1820-1887), dessen Roman Max Havelaar oder Die Kaffeeversteigerungen der Niederländischen Handelsgesellschaft als der erste europäische antikolonialistische Roman gilt. Die Übersetzungen erschienen zum Teil mit Titelzeichnung von Fidus. 1901 war er zusammen Fidus Mitglied des Ausstellungs-Comités der Ausstellung Die Kunst im Lebens des Kindes. Im selben Jahr war er in der Schweiz und hielt im Schwurgerichtssaal in Zürich einen Vortrag über Multatuli. [2] 1902 erschien von ihm die erwähnte Fidus-Monographie. Im Herbst 1903 begleitete er mit seiner seiner Frau und seinem Kind Fidus und seine Familie …