Alle Artikel mit dem Schlagwort: RichardStrauss

Stiller Festzug

Stiller Festzug Leise mit heiter-hoher Geberde Unhörbar, unsichtbar der lärmenden Welt Geht ein Festzug über die Erde… Seine Schritte streifen mein stilles Zelt. Seelenmächtig spür’ ich es schreiten Kühnheitathmend, den Blumenpfad; Triumphirende Lebensklänge geleiten Seine Spur von Gestad zu Gestad. Komm Geliebte, tritt aus dem Zelte Uns’rer frohlockenden Liebesrast – Sieh, wie der Aether rings sich erhellte, Wie der Himmel die Erde zärtlich umfaßt! Jene vorüberzieh’nden Gestalten Stiegen aus zitternden Träumen empor, Und nun kann unser Auge sie halten, Bis sich in Goldduft die Ferne verlor. Will sich der Freien Geschlecht offenbaren? Deutet des Menschen Erfüllung sich an? Siehe, das sind uns’rer Genien Scharen, Der in Schönheit schaffende Geisterbann! Leise, mit heiter-hoher Geberde, Geht der Festzug über die Welt, Unhörbar, unsichtbar der lärmenden Herde, Seine Schritte streifen auch unser verschwiegenes Zelt. Stiller Festzug Leise mit heiter-hoher Geberde Unhörbar, unsichtbar der lärmenden Welt Geht ein Festzug über die Erde… Seine Schritte streifen mein stilles Zelt. Seelenmächtig spür’ ich es schreiten Kühnheit athmend, den Blumenpfad, Triumphirende Lebensklänge geleiten Seine Spur von Gestad’ zu Gestad’. Komm’ Geliebte, tritt …

Winterliebe

Winterliebe (Komponiert von Richard Strauss.) Der Sonne entgegen In Liebesgluthen Wandr’ ich … o Wonne, Wer mässe dein Mass! Mit Reif bepudert Prangen die Wälder, Die Berge grüssen Das blendende Licht. Uor Eiseskälte Knirschen die Schritte, Uor Eiseskälte Knirschen die Schritte, Der Hauch des Mundes Ballt sich zu Dampf… Ich trage Feuer In meinem Herzen, Mich brennt die Liebe, Das schlimme Kind. Sie schürt die Flamme mit hastigen Händen, Die Kohlen knistern. Der Wohlduft quillt… Der Sonne entgegen In Liebesgluthen Wandr’ ich … o Wonne, Wer mässe dein Mass! Aus meinen Gedichten, 1902, S. 68.

Das Lied des Steinklopfers

Das Lied des Steinklopfers Ich bin kein Minister, Ich bin kein König, Ich bin kein Priester, Ich bin kein Held; Mir ist kein Orden, Mir ist kein Titel Verliehen worden Und auch kein Geld. Dich will ich kriegen, Du harter Plocken, Die Splitter fliegen, Der Sand stäubt auf – “Du armer Flegel”, Mein Vater brummte, “Nimm meinen Schlägel!” Und starb darauf. Heut’ hab’ ich Armer Noch nichts gegessen, Der Allerbarmer Hat nichts gesandt; Von gold’nem Weine Hab’ ich geträumet Und klopfe Steine Für’s Vaterland. Das Lied des Steinklopfers (Komponiert von Richard Strauss.) Ich bin kein Minister, Ich bin kein König, Ich bin kein Priester, Ich bin kein Held; Mir ist kein Orden, Mir ist kein Titel Verliehen worden Und auch kein Geld. Dich will ich kriegen, Du harter Plocken, Die Splitter fliegen, Der Sand stäubt auf – “Du armer Flegel”, Mein Vater brummte, “Nimm meinen Schlägel!” Und starb darauf. Heut’ hab’ ich Armer Noch nichts gegessen, Der Allerbarmer Hat nichts gesandt; Von gold’nem Weine Hab’ ich geträumet Und klopfe Steine Für’s Vaterland. Poetisches Skizzenbuch, Minden …

Ruhe meine Seele!

Ruhe meine Seele! (Komponiert von Richard Strauss.) Nicht ein Lüftchen Regt sich leise, Sanft entschlummert Ruht der Hain; Durch der Blätter Dunkle Hülle Stiehlt sich lichter Sonnenschein. Ruhe, ruhe, Meine Seele, Deine Stürme Gingen wild, Hast getobt und Hast gezittert, Wie die Brandung, Wenn sie schwillt. Diese Zeiten Sind gewaltig, Bringen Herz und Hirn in Noth – Ruhe, ruhe, Meine Seele, Und vergiss, Was dich bedroht! Ruhe meine Seele! Nicht ein Lüftchen regt sich leise, sanft entschlummert ruht der Hain; durch der Blätter dunkle Hülle stiehlt sich lichter Sonnenschein. Ruhe, ruhe, meine Seele, deine Stürme gingen wild, hast getobt und hast gezittert, wie die Brandung, wenn sie schwillt. Diese Zeiten sind gewaltig, bringen Herz und Hirn in Not – ruhe, ruhe, meine Seele, und vergiß, was dich bedroht! Ruhe meine Seele Nicht ein Lüftchen Regt sich leise, Sanft entschlummert Ruht der Hain; Durch der Blätter Dunkle Hülle Stiehlt sich lichter Sonnenschein. Ruhe, ruhe, Meine Seele, Deine Stürme Gingen wild, Hast getobt und Hast gezittert, Wie die Brandung, Wenn sie schwillt. Diese Zeiten Sind gewaltig, Bringen …