Alle Artikel mit dem Schlagwort: LeopoldSchwarz

Der Verein zur Bekämpfung der Vivisektion

Der Verein zur Bekämpfung der Vivisektion hatte für vergangenen Freitag eine Versammlung einberufen, in der Herr Schwarz einen Vortrag gegen jene zwei Artikel halten sollte, die wir aus der Feder des Herrn Dr. Wlassak zu Gunsten der Vivisektion veröffentlicht haben. Es hatte sich ein zahlreiches Publikum eingefunden, darunter die Professoren der medizinischen Fakultät unserer Hochschule Forel und Ribbert, die Privatdozenten Brunner und Wlassak, sowie zahlreiche Aerzte. Herr Schwarz leitete seinen Vortrag mit einigen allgemeinen Sätzen über die Notwendigkeit der Wahrheit im Leben und in der Wissenschaft ein und griff als ersten Punkt aus Dr. Wlassaks Artikel den Passus über die Ermittelung neuer Heilmittel durch den Tierversuch heraus. Herr Schwarz verwirft prinzipiell jedes Arzneimittel; er steht auf dem Boden der Natur heilkunde. Wenn also der Tierversuch dazu dient, die Anwendbarkeit neuer Heilmittel zu erproben, so ist er schon deshalb zu verdammen, da die Naturheilkunde ohne Arzeimittel auskomme. Die Antisepsis ist überflüssig und an ihre Stelle die Asepsis zu setzen; die Asepsis aber ist nicht eine Errungenschaft der modernen wissenschaftlichen Medizin, sondern der Naturheilmethode. Herr Schwarz kam …

Die wissenschaftliche Tierfolter…

Die wissenschaftliche Tierfolter oder Vivisektion von Leopold Schwarz, Zürich. Druck und Verlag der Handelsdruckerei zu Bamberg. Hr. Schwarz hat zu der Zürcher Bewegung gegen die Vivisektion hier das Leitmotiv geschrieben. Er führt eine beträchtliche Zahl von hervorragenden Autoritäten der Medizin an, welche die Vivisektion verurteilen. Der Autor plädiert gegen die Staatsmedizin und versucht nun auch, den Zusammenhang der Gegenströmung mit der socialen Bewegung überhaupt nachzuweisen Er liebt es, fast immer in Superlativen zu sprechen. Seine Schrift würde größern Eindruck machen, wenn die Komparative mehr zur Geltung gekommen wären. Daß durch die Vivisektion doch große Fortschritte in der Medizin erzielt wurden, wird nicht zu bestreiten sein. Eine scharfe Mahnung, die “Tierfolter” nicht zu übertreiben, ist aber ganz am Platz. Grütlianer, 43. Jahrg., 6. November 1894, Nr. 129, S. 4. Online

Die Versammlung…

Die Versammlung die am Freitag von Gegnern der Vivisektion auf der Waag einberufen war, hat nicht das gebracht, was man logischer Weise erwarten durfte. Der Vortrag, den Herr Leopold Schwarz gegen die Vivisektion hielt, führte auf ein ganz anderes Gebiet über und verrückte den Gesichtspunkt derart, daß wir nicht wohl von einem Vortrag gegen die Vivisektion, sondern vielmehr von einem Panegyrikon auf die Naturheilkunde reden müssen. Daß aber die Anhänger der Naturheilkunde der Vivisektion nicht bedürfen, da sie der Arzneimittellehre feindlich gegenüberstehen und chirurgische Eingriffe von der Hand weisen, ist eine Sache für sich und berührt den Kampf gegen die Vivisektion im allgemeinen nicht. Die Darlegungen des Herrn Dr. Wlassak in der N. Z.-Ztg. sind durch den Vortrag des Referenten in keiner Weise berührt worden. Die Versammlung war lebhaft bewegt. Es sprachen u. a. die Herren Prof. Dr. Ribbert, Prof. Dr. Forel, Dr. Brunner, Dr. Wlassak, Dekan von Bergen, Sekundarlehrer Kollbrunner und es wurde manche sachliche Klarstellung gebracht, die der Verteidigung der Vivisektion zu gute kommt. Neue Zürcher Zeitung, 115. Jahrg., 6. August 1894, Nr. …

Nun danket Alle!

Nun danket Alle! Nun danket Alle Gott dem Herrn Und preiset seine Gnade, Denn wieder leuchtet Zions Stern Auf Judas Schicksalspfade! Trotz Acht und Bann und Sturm und Graus Ward Juda nicht vernichtet: Zum Tempel wurde jedes Haus, Das Juda sich errichtet! Und ob die Not aufs Höchste stieg, Wir blieben Gott ergeben; Drum gab uns Gott auch Kraft und Sieg, Uns wieder zu erheben! Und wieder sprießt in Judas Brust Das alte Zions-Sehnen: Des heil’gen Erbes fromme Lust Soll stillen unser Wähnen. So danket Alle Gott dem Herrn, Seid würdig seiner Gnade: Stets bleibe finstre Zwietracht fern Von Zions lichtem Pfade! Leopold Schwarz, Brünn. Revue (Brünn), 3. Jahrg., 7. Juli 1905, Nr. 13, S. 4. Online

Jeremias, Kap -, Vers -.

Jeremias, Kap -, Vers -. Höret mich. Ihr Überreichen. Höret mein Propheten-Wort: Euer Glanz wird jäh erbleichen. Eure Macht verwelkt und dorrt! Ausgepreßt habt Ihr die Armen. Ausgelaugt und ausgeraubt: Jedes Mittel, ohn’ Erbarmen, Schien Euch gut und ganz erlaubt! Doch gezählt sind nun die Tage Eurer Macht und Herrlichkeit: Denn gerecht ist meine Wage. Spricht der Herr in Ewigkeit! Leopold Schwarz, Brünn. Revue (Brünn), 3. Jahrg., 21. Februar 1905, Nr. 4, S. 5. Online

Land der Väter!

Land der Väter! Land der Väter, heil’ges Erbe, O wie lieb’ ich dich so sehr! Denk ich dein’, drückt alles Herbe Meines Lebens mich nicht mehr! Land der Väter, Land der Sonne, Palästina, sei gegrüßt! Denk ich dein, so wird zur Wonne Alles Bitt’re mir versüßt. Land der Väter, dir entgegen Schlägt mein müd’ gehetztes Herz. Und in überreichen Segen Wandelt sich mein herbster Schmerz! Land der Hoffnung, heil’ges Erbe, Neu ergrünt dein Myrthen-Laub! Heil: daß ich, bevor ich sterbe, Küssen kann noch deinen Staub! Leopold Schwarz, Brünne. Revue. Online

Tirol!

Tirol! Tiroler Adler, blutigrot, Hebst du die Schwingen wieder? Ist neuerlich dein Land bedroht, Dein Land, so treu und bieder? Wer ist der Feind, der dich bedroht, Wer rührt an deine Berge? Tiroler Adler, blutigrot, Wer sind die frechen Zwerge? Wer ist es, der sich an Tirol Wagt wieder so vermessen? Hat achtzehnhundertneun denn wohl Der Frechling ganz vergessen? Tiroler Adler, blutigrot, Laß nur den Welschen kommen! Er holt Verderben sich und Tod, Tirol wird nie genommen! Leopold Schwarz, Brünn. Literarische Beilage zur Tiroler Soldaten-Zeitung, 29. August 1915, S. 3. Online

Leopold Schwarz

Der Schriftsteller, Journalist und Buchhändler Leopold Schwarz (1858-1926) war eine zentrale Persönlichkeit von Bestrebungen der Lebensreform in einem jüdischen Umfeld. Schwarz, der 1858 zur Welt kam, lebte ab 1886 als Buchhändler in Dresden. Aufenthalt in der Schweiz Schweizerische Hausblätter Von 1888 bis 1895 lebte Schwarz in der Schweiz. 1894 wurde er zusammen mit J. Stäheli Redaktor der neugegründeten Schweizerischen Hausblätter wurde, einer “Wochenschrift für natürliche Gesundheits- und Krankenpflege, gesunde Erziehung, praktische Hauswirtschaft, Wohlstand und Familienglück” war. Im Grütlianer wurde dazu ausgeführt: Diese neue Familienzeitung stellt sich die Aufgabe, die gesellschaftlichen und namentlich die Erwerbsverhälnisse unserer Zeit bessern zu helfen. Es soll dies geschehen durch eine durchgreifende Reform des Privatlebens mittelst naturgemäßer Gesundheits- und Krankenpflege, ungekünstelter Erziehung und sparsamr, aber gleichwohl ausreichender und behaglicher Lebenshaltung. Auch für die rechtliche und wirtschaftliche Besserstellung der Frauen wollen die Hausblätter eintreten, ebenso für die Friedenssache.1 Bekämpfung der Vivisektion Brünn 1895 liess Schwarz sich in Brünn nieder. Dort führte eine Buchhandlung und gab 1895 das Brünner Theater-Blatt heraus und war im Vorstand der Jüdischen Toynbeehalle.2 zudem war er Obmann des …