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Gusto Gräser

Der Dichter Gusto Gräser war 1900 einer der Mitbegründer des Monte Verità bei Ascona. Wie Fidus schloss Gräser sich eine Zeitlang dem Maler Karl Wilhelm Diefenbach an. Fidus wurde im Sommer 1887 sein Schüler und Mitarbeiter in dessen Lebensgemeinschaft im Steinbruch Höllriegelskreuth bei München. 1889 kam es zum Bruch mit Diefenbach und er kehrte an die Akademie nach München zurück. Gräser war fast ein Jahrzehnt später bei Diefenbach: 1898 schloss er sich kurze Zeit Diefenbachs Künstlergemeinschaft Humanitas auf dem Himmelhof bei Wien an. Bei Diefenbach waren sich die beiden also nicht begegnet. Dafür aber, wie Fidus in den Kleinen Lebenserinnerungen schreibt, als Gräser um 1900 Friedrichshagen besuchte. Dorthin war Fidus nach seiner Eheschliessung mit Elsa 1900 gezogen. Gusto Gräser als Besucher in Amden ihm den Anlass lieferte, die Gemeinschaft in einem theatralischen Abgang zu verlassen. Wobei Fidus übrigens den Anteil Gräsers an der Gründung des Monte Verità übergeht, wenn er über den Besucher, bzw. seine Brüder schreibt: <blockquote>Es war der Naturdichter, Maler und Wanderer Gusto Gräser, der in der Reformer-Siedlung des Belgiers Oedenkofen bei Ascona …

Monte Verità

Ganz abwegig ist die Frage nicht: Warum hat sich Fidus 1904 nicht auf dem Monte Verità niedergelassen, nachdem er in die Schweiz gekommen war, aber nicht in Amden bleiben wollte? Oder etwas bescheidener: Warum hat er 1904, in der Zeit, in der er in Zürich wohnte und arbeitete, den Monte Verità nicht besucht? Ob es nur daran lag, dass er Gusto Gräser, Mitbegründer der Siedlung auf der Anhöhe bei Ascona, aus dem Weg gehen wollte? Zumal Gräser als Besucher in Amden ihm den Anlass lieferte, die Gemeinschaft in einem theatralischen Abgang zu verlassen.