Alle Artikel mit dem Schlagwort: GottfriedKeller

Gottfried Keller zum 70. Geburtstag

Gottfried Keller zum 70. Geburtstag (Mit einem Rosenstrauß.) Nimm diesen Gruß von Rosen, Gottfried Keller, Des Sommers vollen Segen nimm von mir! Noch an den Kelchen weint ein freudeheller Tautropfen in des Morgenglanzes Zier. Die frische Glut der sonngeküßten Fülle, Des sammtnen Schoßes duftgetränkte Truh, Sie atme dir, als zarte Liebeshülle, Den satten Hauch der süßen Schönheit zu! Köstlich und keusch, schelmisch und fein am Mieder Der deutschen Dichtung bist du aufgeblüht, Dir rankt sich durch Legenden, Mären, Lieder Der Reiz der Anmut um ein Goldgemüt. Glück auf dir, Alter mit der Jugendfrischc, Dich grüßt ein Junger, den der Sturm umweht. Stell auf mein Sträußchen am Geburtstagstische, Du lieber, rosengläubiger Poet! Gottfried Keller zum 70. Geburtstag 1889 Mit einem Rosenstrauß Nimm diesen Gruß von Rosen, Gottfried Keller, Des Sommers Duft und Fülle nimm von mir! Sieh, an den Kelchen hängt manch freudeheller Tautropfen in des Morgenglanzes Zier. Die frische Glut der lichtküßten Fülle, Sie atme dir, erdwüchsiger Meister du, Aus dunkeln Schoßes zarter Sammethülle Den satten Hauch lebendiger Schönheit zu. Wie köstlich echt, wie schelmisch …

An die Schweiz

O du Schweizerland, o du Schweizerland Mit den hohen Bergen weit und frei, Da zuerst ich fand, eh die Jugend schwand, Meines Herzens blühenden Liebesmai, Land des Edelweiß, nimm dies Lied zum Preis Wie des Älplers helle Melodei! O du Schweizerland, o du Schweizerland Mit den saftigen Matten schwellend grün, Wo am Wiesenhang lockt der Herden Klang, Wo die dunklen Blumen träumend blühn; Deiner Anmut Reiz, hochbeglückte Schweiz, Läßt in Wonne mir das Herz erglühn. O du Schweizerland, o du Schweizerland Mit den Seen tief und spiegelklar, Die zum Silberband einst der Schöpfer wand Um der Firnen ewigen Schneealtar; Wo die Gemse haust, die Lawine braust Und in Ätherhöhen kreist der Aar! Gesammelte Werke. Dritter Band: Buch der Liebe, München 1921, S. 209. Titel und Tonfall des Gedichts erinnern an die Ode “An mein Vaterland” von Gottfried Keller. An mein Vaterland O mein Heimatland! O mein Vaterland! Wie so innig, feurig lieb ich dich! Schönste Ros‘, wenn jede mir verblich, Duftest noch auf meinem öden Strand! Als ich arm, doch froh, fremdes Land durchstrich, Königsglanz …

Leopold Schwarz

Der Schriftsteller, Journalist und Buchhändler Leopold Schwarz (1858-1926) war eine zentrale Persönlichkeit von Bestrebungen der Lebensreform in einem jüdischen Umfeld. Schwarz, der 1858 zur Welt kam, lebte ab 1886 als Buchhändler in Dresden. Aufenthalt in der Schweiz Schweizerische Hausblätter Von 1888 bis 1895 lebte Schwarz in der Schweiz. 1894 wurde er zusammen mit J. Stäheli Redaktor der neugegründeten Schweizerischen Hausblätter wurde, einer “Wochenschrift für natürliche Gesundheits- und Krankenpflege, gesunde Erziehung, praktische Hauswirtschaft, Wohlstand und Familienglück” war. Im Grütlianer wurde dazu ausgeführt: Diese neue Familienzeitung stellt sich die Aufgabe, die gesellschaftlichen und namentlich die Erwerbsverhälnisse unserer Zeit bessern zu helfen. Es soll dies geschehen durch eine durchgreifende Reform des Privatlebens mittelst naturgemäßer Gesundheits- und Krankenpflege, ungekünstelter Erziehung und sparsamr, aber gleichwohl ausreichender und behaglicher Lebenshaltung. Auch für die rechtliche und wirtschaftliche Besserstellung der Frauen wollen die Hausblätter eintreten, ebenso für die Friedenssache.1 Bekämpfung der Vivisektion Brünn 1895 liess Schwarz sich in Brünn nieder. Dort führte eine Buchhandlung und gab 1895 das Brünner Theater-Blatt heraus und war im Vorstand der Jüdischen Toynbeehalle.2 zudem war er Obmann des …