Leopold Schwarz

Der Schriftsteller, Journalist und Buchhändler Leopold Schwarz (1858-1926) war eine zentrale Persönlichkeit von Bestrebungen der Lebensreform in einem jüdischen Umfeld.

Schwarz, der 1858 zur Welt kam, lebte ab 1886 als Buchhändler in Dresden.

Aufenthalt in der Schweiz

Schweizerische Hausblätter

Von 1888 bis 1895 lebte Schwarz in der Schweiz.

1894 wurde er zusammen mit J. Stäheli Redaktor der neugegründeten Schweizerischen Hausblätter wurde, einer “Wochenschrift für natürliche Gesundheits- und Krankenpflege, gesunde Erziehung, praktische Hauswirtschaft, Wohlstand und Familienglück” war. Im Grütlianer wurde dazu ausgeführt:

Diese neue Familienzeitung stellt sich die Aufgabe, die gesellschaftlichen und namentlich die Erwerbsverhälnisse unserer Zeit bessern zu helfen. Es soll dies geschehen durch eine durchgreifende Reform des Privatlebens mittelst naturgemäßer Gesundheits- und Krankenpflege, ungekünstelter Erziehung und sparsamr, aber gleichwohl ausreichender und behaglicher Lebenshaltung. Auch für die rechtliche und wirtschaftliche Besserstellung der Frauen wollen die Hausblätter eintreten, ebenso für die Friedenssache.1

Bekämpfung der Vivisektion

Brünn

1895 liess Schwarz sich in Brünn nieder. Dort führte eine Buchhandlung und gab 1895 das Brünner Theater-Blatt heraus und war im Vorstand der Jüdischen Toynbeehalle.2 zudem war er Obmann des Daniel-Bundes in Brünn.

Schwarz starb am 20. Mai 1926 in Brünn.

Veröffentlichungen

Monografien

  • Das Heil der Menschheit.
  • Zur Judenfrage, Brünn, Selbstverlag 1897. Die Veröffentlichung enthält die drei Aufsätze “Börne und die Juedenfrage”, “Eine Osterbetrachtung” und “Ein Wort zum Judenstaat”.
  • Buch der Leiden. Trost- und Trutzgedichte eines Kämpfers, 1911.
  • Die ‘wissenschaftliche Tierfolter’ oder Vivisektion vom rein menschlichen Standpunkte und im Zusammenhange mit der sozialen Frage betrachtet, Bamberg [1894].
  • Auf, zum Kampfe! 12 Weihnachts-Gedichte, Zürich 1895.

Veröffentlichungen in Periodika

  • “Ein neueste Stimme zur Judenfrage”, in: Dr. Bloch’s Oesterreichische Wochenschrift, 13. Jahrg., 27. März 1896, Nr. 13, S. 252-252. Online
  • “Ein Oesterreichisches Muster-Sanatorium”, in: Fremdenblatt (Karlsbad), 18. Jahrg., 19. Juni 1898, Nr. 8, S. 3. Online
  • “Die heilige Schrift”, in: Jüdische Volkszeitung, 10. Jahrg., 1. Dezember 1909, Nr. 36, S. 9. Online
  • “Daniel. Musikdramatext in einem Akt”, in: Jüdische Volksstimme, 12. Jahrg., 28. April 1911, Nr. 16, S. 9-10. Online
  • “Ein Ausspruch Gottfried Keller’s”, in: Dr. Bloch’s Oesterreichische Wochenschrift, 21. Jahrg., 27. Mai 1904, Nr. 22, S. 350. Online
  • “Neu-Essäertum und Zionismus”, in: Die Stimme der Wahrheit. Jahrbuch für wissenschaftlichen Zionismus, 1. Jahrg., Würzburg 1905, S. 234-259. Online
  • “Ein Besuch bei Gottfried Keller”, in: Neues Wiener Journal, 32. Jahrg., 14. September 1924, Nr. 11071, S. 16. Online

Gedichte

  • “Mai-Hymne”, in: Die Waffen nieder!, 6. Jahrg., 1897, Nr. 4, S. 139.
  • Land der Väter!, in: Revue (Brünn), 3. Jahrg., 21. Februar 1905, Nr. 4, S. 5.
  • Jeremias, Kap -, Vers -., in: Revue (Brünn), 3. Jahrg., 21. Februar 1905, Nr. 4, S. 5.
  • Nun danket Alle!, in: Revue (Brünn), 3. Jahrg., 7. Juli 1905, Nr. 13, S. 4.
  • “Tirol”, in: Literarische Beilage zur Tiroler Soldaten-Zeitung, 29. August 1915, S. 3.

Vorträge in der Schweiz

  • “Das wahre Wesen des Vegetarismus”, Bern, 16. Januar 1895 (Hinweis in: Der Bund (Bern), 46. Jahrg., 15./16. Januar 1895, Nr. 15, S. 2. Online).

Literatur

  • “Schriftsteller Leopold Schwarz gestorben”, in: Die Wahrheit, 42. Jahrg., 25. Juni 1926, Nr. 27, S. 12. Online

Links

  • Leopold Schwarz, Eintrag von von E. Lebensaft in Österreichisches Biographisches Lexikon.
  1. Grütlianer, 43. Jahrg., 20. Februar 1894, Nr. 21, S. 3 (Online). Vgl. auch Der Friede, 31. Juli 1894, Nr. 30, S. 3 (Online). []
  2. Vgl. beispielsweise Jüdische Toynbee-Halle im Portal Digitale Topographie der multikulturellen Bukowina. []