Gertrud Prellwitz

Gertrud Prellwitz wurde am 5. April 1869 in Tilsit als Tochter eines Zimmermanns geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie ab ihrem elften Lebensjahr in Königsberg. Danach studierte sie in Königsberg Philosophie und Theologie. Seit 1888 arbeitete sie dort als Lehrerin. 1895 oder 1901 ging sie nach Berlin und studierte Literaturgeschichte und Theologie und war ebenfalls als Lehrerin tätig.

1903 war sie in der Kolonie in Amden von Josua Klein, danach hielt sie sich zusammen mit Fidus und seiner Frau Elsa in Zürich auf. In Zürich hielt sie Vorträge und bereitete diese zur Veröffentlichung unter dem Titel Der religiöse Mensch und die moderne Geistesentwicklung vor.

Ebenfalls 1904 entstand das Schauspiel Michel Kohlhas.[*]

1905 lebte sie in Mittel-Schreiberhau in Schlesien. 1909 erschien die erste Auflage ihres bis in die 1950er Jahre erfolgreichen Aufklärungsbüchleins Vom Wunder des Lebens, das “Elsa und ihren Kindern gewidmet” ist. Im November desselben Jahres zog sie in das damals fertiggestellte Fidushaus in Woltersdorf, wo sie bis zum Tod von Elsa Fidus 1915 lebte.

Nach dem Tod von Georg Bauernfeind war sie 1912 an der Gründung des St.Georgs-Bundes beteiligt. In diesem Jahr erschien ihr Lustspiel Seine Welt mit Buchschmuck von Fidus.[*]

Unter dem Eindruck des Todes der Fidus-Tochter Trude 1918 verarbeitete sie deren Tagebücher zum dreiteiligen Roman Drude. Die Bände wurden in den 1920er Jahren zu Kultbüchern der Jugendliteratur.

1921 gründete sie in Oberhof in Thüringen den Maien-Verlag, der neben ihren eigenen Werken und denen ihres Mitarbeiters Werner Plaut die Flugschriften des Maienwerks herausgab. In Oberhof leitete sie auch die Loge Sonnenadler der Theosophischen Gesellschaft Adyar.

1933 übersiedelte sie mit ihrem Verlag nach Bad Blankenburg im Thüringerwald.

Ihr Nachlass befindet sich im Archiv der deutschen Jugendbewegung auf der Burg Ludwigstein.

Literatur

  • Hans Wolf, “Gertrud Prellwitz, Mensch und Werk”, in: Jahrbuch der deutschen Jugendbewegung (3. Band), Burg Ludwigstein 1973, S. 158-161.
  • Rudolf Schwarz, “Gertrud Prellwitz”, in: Schweizer Frauenblatt, 13. Jahrg., 17. April 1931, Nr. 16, S. 1-2. Online

Links

[*] Seine Welt. 1912. Lustspiel, Buchschmuck von Fidus, “Dem Geiste unserer Zeit dargebracht am Tage des Todes Heinrichs von Kleist den 21. November 1911”.