Adolf Damaschke

Adolf Damaschke, eine führende Persönlichkeit sowohl der Bodenreform- als auch der Naturheilkunde-Bewegung in Deutschland, erinnet sich in einemn Aufsatz, der 1928 erschienen ist, dem Jahr, in dem Fidus seinen 60. Geburtstag feiern konnte, dass Josua Klein einmal bei ihm aufgetaucht sei und ihm erzählt habe, dass er von einem Baron 500 000 Franken erhalten habe für den Aufbau einer bodenreformerischen Musterkolonie, die zudem “die kulturelle Blüte darstelle, die gesunder sozialer Grundlage entspringen könne und müsse”. [1]

Zwar hatte Damaschke es abgelehnt, die Siedlung zu unterstützen, da aber Paul Schirrmeister, ebenfalls ein engagierter Vertreter der Bodenreform und Naturheilkunde, sowie dessen Schwager Paul Lindtner, Arzt und Besitzer einer Naturheilanstalt, sich daran beteiligten, schien ihm wenigstens die wirtschaftliche Seite der Siedlung in gute Hände zu kommen.

Auf der Rückfahrt ihrer Hochzeitsreise 1904 nach Lugano besuchten Damaschke und seine Frau die Siedlung von Klein. Enttäuscht über die Begegnung mit Klein fuhren die beiden bereits am nächsten Tag nach Zürich. Über die Situation dort berichtet Damaschke:

In Zürich hatte sich um das Ehepaar Fidus und um Gertrud Prellwitz ein ganzer Kreis von Ausgestoßenen gebildet. In ihm verlebten wir einen Abend voll eigenen Reizes. Wunderliche Dinge wurden von Josua Kleins Herrschaft berichtet. Wer auch nur das leiseste Bedenken äußerte, fiel in höchste Ungnade. Ein Wort des Widerspruchs aber reizte ihn so, daß er z. B. einen höheren Beamten, der viel für ihn geopfert hatte, mit der Peitsche als Aufrührer von der Siedlung trieb, die mit allen Rechten eben auf den Namen Josua Kleins geschrieben war. Als Gertrud Prellwitz, sich einmal in ihrem Gewissen gezwungen fühlte, wegen Angaben, die sie als unzutreffend erkannte, Einspruch zu erheben, und dabei in ihrer Art “flammend” wurde, mußte sie noch in derselben Stunde die Siedlung verlassen: “Nicht eine Nacht mehr unter diesem Dache!”

Und Damaschke fährt fort:

Und doch stand man immer noch unter einem gewissen Einfluß des merkwürdigen Mannes. Wie war ich betroffen, als beim nächtlichen Spaziergang am Ufer des Sees jemand aus diesem Kreise ganz ernsthaft und nicht ohne Bangigkeit sagte: “Ich bin sicher, er weiß da oben jedes Wort, das wir hier unten über ihn sprechen!”